Statik

Zum Bauen braucht man eine Statik. Das weiß jeder, der sich mit dem Bauen schon einmal befasst hat. Manchmal wird die Arbeit des Statikers als behindernd oder gar überflüssig betrachtet. Sieht man aber genauer hin, wird man zugeben müssen, dass dank des umfänglichen Wissens um die Tragwerkslehre und der Materialeigenschaften, heute Bauwerke wirtschaftlich errichtet werden können, die ein hohes Maß an Sicherheit bieten.

Entscheidend ist hierbei, Material in dem Maße und mit den Eigenschaften dort einzusetzen, wo es notwendig ist, um unter wirtschaftlichen Aspekten eine standsichere und dauerhafte Konstruktion zu ermöglichen.

Wer möchte schon eine Stadiontribüne oder eine weit gespannte Brücke betreten, ohne zu wissen, dass fachkundige Ingenieure sich zuvor Gedanken um die Konstruktion und die Auswahl der geeigneten Materialen gemacht haben. Wir nutzen Gebäude, Treppen, Fahrstühle, U-Bahnen und Flugzeuge ohne uns im Einzelnen um die Sicherheit Sorgen zu machen, weil wir gelernt haben, auf das Knowhow der Fachleute und auf eine funktionierende technische Überwachung zu vertrauen.

Wir leben in einer Gesellschaft, die ein hohes Maß an Sicherheit bietet – dies eben auch im Hinblick auf das Bauen. Wenn Bauvorschriften lax gehandhabt oder Fachleute nicht hinzugezogen würden, könnte es zu Katastrophen kommen, bei denen Werte zerstört und die Gesundheit oder das Leben gefährdet werden.

Glücklicherweise erleben wir das bei uns nur sehr selten. Dies ist einem hoch entwickelten Wissen und den daraus formulierten Vorschriften zu verdanken.

Doch was ist Statik überhaupt? Zunächst ist dieser Begriff mehrdeutig. Allgemein verwendet, versteht man darunter die Lehre vom Gleichgewicht der Kräfte am Körper. Im Bauwesen spricht man von der Baustatik, also der Statik von Baukonstruktionen. Hierbei werden Kräfte berechnet, die auf das Bauwerk und seine Bauteile einwirken. Dies können Kräfte sein, die aus dem Eigengewicht der Konstruktion, der Nutzlasten und der Schnee- und Windeinwirkungen resultieren, in einigen Gegenden müssen auch Kräfte berücksichtigt werden, die durch Erdbeben verursacht werden. Der Statiker verwendet hierzu Berechnungsverfahren mit denen es wirtschaftlich möglich ist, diese Kräfte und somit Spannungen und Verformungen zu ermitteln. Es muss gewährleistet sein, dass alle Bauteile eine ausreichende Festigkeit besitzen und alle Lasten sicher in den Baugrund abgeleitet werden sowie Verformungen die Gebrauchstauglichkeit des Bauwerkes nicht beeinflussen. Unter Kenntnis der Materialeigenschaften lässt sich dann eine Aussage über die Zuverlässigkeit des Tragwerks und der Bauteile machen.

Seine Überlegungen und Berechnungen, fasst der Statiker in der Statischen Berechnung zusammen, die als Teil der Technischen Nachweise zur Planung eines Bauwerkes notwendig ist. Die Statische Berechnung besteht im Allgemeinen aus einem Berechnungsteil und den zugehörigen Positionsplänen, in denen das System des Tragwerks mit seinen Bauteilen und Bauteilabmessungen dargestellt ist.

Darüber hinaus können Konstruktionszeichnungen für Holzkonstruktionen, Stahlbauten oder Betonbauteile notwendig sein. Ein gutes Beispiel sind Bewehrungspläne, in denen die Stahleinlagen für Betonbauteile dargestellt werden und Materialauszüge in Form von zugehöriger Stahl-, Matten- und Biegelisten angefertigt werden.